Marrakech. Es ist heiß – die Straßen dampfen von der Hitze – brechend volle Gassen in den Souks des Altstadtkerns. In Marrakech werden wir von einem wuseligen und regen Treiben begrüßt. Nichts scheint ein konkretes System zu haben und dennoch verlaufen die Geschäfte geplant und wie am Schnürchen. Vollbeladene Eselskarren, feilschende Händler und spielende Kinder füllen die Straßen. Wir haben eine Tageszeit am morgen erwischt, zu welcher die vielen Touristen noch in den Betten liegen und der Hitze ausweichen.
Auf dem Weg durch tausenden von verwinkelten Gassen zu dem Gerberviertel der Altstadt von Marrakesch habe ich diese Szene der sich beratenden Männer eingefangen. Sie fachsimpeln wohl über die bessere oder preisgünstigere Tabakvariante. Als sie gemeinsam ihren Weg von ihren Einkäufen nach Hause fortsetzten entsteht das Bild alter Freunde. Scheinbar eng vertraut reden sie miteinander, klopfen sich auf die Schulter und nehmen sich auf Grund ihres hohen Alters gegenseitig die Tüten ab.
Für Momente wie diesen, bleibt immer Zeit. Zumindest im geschäftigen Treiben der verwinkelten Gassen in Marrakech. Alle Generationen gehen hier auf die Straße, obwohl die Dichte der Touristen immer weiter ansteigt. Der ein oder andere wird übers Ohr gehauen – der nächste bekommt aus Kameradschaft einen Freundschaftspreis. Der Handel untereinander ist geprägt von Sympathie, Freundschaft, Kameradschaft aber auch Feindseligkeit und Feindschaft. Doch es ist nicht nur die Sympathie, die den Handel bestimmt. Auch die Geschichte die die Stadt zu erzählen hat mischt sich hier mit ein. Die Stimmung spürt man auf den Straßen.
Es ist heiß obwohl die Gassen mit Laken gegen die Sonne abgehängt wurden- lautes wirres Treiben der unterschiedlichen Händler. Wir setzten unseren Weg zum Gerberviertel fort und ich schaue den beiden Fachsimpelnden noch einmal nach.