In den Pfannen brodelt es. Der beißende Geruch von Knoblauch, Thymian und womöglich hunderten von anderen Gewürzen schwängert die Luft. Draußen steht die Hitze zwischen den Bergen. In der Küche ist es noch heißer.
Wir befinden uns  in einem Vorort von Palermo. Weit über die Grenzen der italienischen Insel sind die Antipasti der dort lebenden Einheimischen bekannt. Normalerweise ist es nicht möglich hier einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – doch wir haben Glück: ich stehe zwischen dampfenden Töpfen und ausgesiebten Auberginen während mir die älteste Tochter in radebrechendem Englisch erklärt, was einen Teil des Geheimnisses des Rezeptes ausmacht. Um uns herum wuseln die Frauen, unterhalten sich in einer kaum auszuhaltenden Lautstärke, lachen, probieren gegenseitig das Gekochte und loben sich mit den typischen italienischen Gesten für ihre unverbesserliche Genialität. Getrocknete Gewürze und Zutaten hängen von der niedrigen Decke und vor der Tür stapelt sich das frisch geerntete Gemüse. Die Küche steht auf einem Berg, die Wände sind aus Wellblech und die Dächer der Lager nicht ganz dicht. Es ist alles schlicht-voller Bescheidenheit. Klar ist: die Antipasti haben den Räumlichkeiten einen meilenweiten Qualitätsvorsprung.
Am Ende unseres Besuches setzten wir uns gemeinsam auf die Terrasse. Schöner kann es nicht sein: wuchernder Wein hat sich zu einem  Dach gewildert und bietet herrlich kühlen Schatten.  Wir sind raus aus dem Lärm der kleinen Küche, sitzen mit einem Glas Wein gemeinsam mit den Großeltern und verköstigen die wunderbaren eingelegten Antipasti.