Es kann das Hinreißendste sein, was die Frau je trug – aber auch ein riesiges Tüll-Spektakel. Der Effekt, ja die Schönheit, misst sich am ersten Auftritt – sagt man.

Nach dem letzten Gezuppelt, noch einmal ausatmen, beim Vater einhacken und noch einmal zu ihm aufschauen. Dann geht es los, um die Kurve durch einen schmalen Gang und durch die Flügeltüren in Richtung Altar. Aus dem dunklen gedrungenen Gang kommt die Braut mit ihrem Vater an der Seite in den hohen, hellen, lichtdurchfluteten Raum. Kurz vor der Flügeltür kann man es schon erahnen… Doch dann entfaltet sich die Wirkung des Kleides mit einem Schlag -atemberaubend und voller Kraft. Alle Blicke sind auf das Paar, das den Gang hinunter geht, gerichtet. Es ist still, alle ordnen das Geschehen, das hier vor sich geht, ein. Die Braut weiß nicht wo sie hingucken soll, der Brautvater meist nicht so richtig wohin mit den ganzen Emotionen.

Und dann die ersten Reaktionen: Passt das zu ihr? Ist es wirklich das, was sie sich immer vorgestellt hat? Was meinst du – zu freizügig?
Härter wird nie über ein „Outfit“ geurteilt, denn es ist das Hinreißendste, was eine Frau je tragen sollte. So sagt man. Es soll mit seiner sich schlagartig entfaltenden Kraft beim Betreten des Kirchenraumes dem Mann und auch an besten alle anderen die Sprache verschlagen.

Und eigentlich ist es halb so spektakulär – denn mit einem Mal merkt man, dass nur eine glückliche Frau einem glücklichen Mann (im besten Fall)  entgegen schreitet. Jawohl – schreitet. Denn es ist nicht das Kleid, das seine Wirkung so schlagartig entfaltet, sondern die Frau, die es trägt. Die Aura, das Charisma und der ganze Reiz des Kleides ist Sie. Wäre es anders, wäre das Kleid ein Farce, ja eine schlechte Verkleidung. Aber es ist nunmal so… Jeder Deckel findet einen Topf. Das ist nicht nur mit dem Mann und der Frau so, die sich an diesem Tag versprechen ein Leben lang füreinander da zu sein – nein: So ist es auch mit den Frauen und ihren Hochzeitskleidern.
Sie alle wünschen sich nichts sehnlicher als diesen einen explosiven Effekt zu erzielen auf ihre eigene bescheidene oder extrovertierte Art. Das Kleid ist in seiner Perfektheit oder eben Verschrobenheit ein Spiegel zur Frau. Es ist immer wieder wunderschön zu sehen, wie es angezogen wird, zurechtgezuppelt wird und den ganzen Tag umworben und betüdelt wird. Noch viel schöner ist die Reaktion der Begutachtenden.

In jedem Fall wird der Braut immer gesagt, sie sehe bezaubernd aus. Ausnahmslos. Jedem ist das unausweichliche und extrem tiefe Fettnäpfchen bewusst in das er bodenlos fällt, wenn das Kompliment negativ ausfällt. Und dennoch: zu jedem Geplauder nach der Hochzeit ist eines garantiert und unausweichlich Thema: das Kleid. Und natürlich die eigene Meinung dazu….

Bilder zum Kleid gibt es hier: Its all about THE Dress and HER