Nein es geht nicht um Sex. Angst, also  diejenige, die sich an Erwartung, Anspruch und einem Plan hängt,  die sich vor dem Antritt peu à peu festsetzt und das Tempo verschleppt. Es fühlt sich an, als sei man einen Augenblick jemand anderer, jemand, der sich bei sich selbst nicht einleben kann, so dass es schmerzt und man sich selbst jetzt von außen betrachtet. Angst – ein Gefühl, das zum  Zustand wird – weicht immer wieder mit dem Betreten der Komfortzone. So wie ein nackter durchgefrorener Fuß, der höllisch schmerzt, wenn er zum Auftauen in lauwarmes Wasser gehalten wird. Er zieht sich zusammen, will dem Entschluss nicht ausgesetzt werden das Eiskalte mit dem brüllend Heißen zu verbinden und sich daran auch noch zu gewöhnen. Bis sich der große Zeh zuerst und ihm folgend seine Kollegen an das Heiße gewöhnen und schließlich der ganze Fuß in das Bad eintaucht und sich wohl fühlt. Akklimatisieren in der neuen Umgebung, ist dem Schritt vorausgesetzt, die Komfortzone zu verlassen.

Angst, eine Symbiose von Existenz und Mut, mündet vor einer Schwelle. Ein Schritt nach oben heißt alles bisher Sichere ein Stück weit aufzugeben, hinter sich zu lassen. Nicht nur Materielles, sondern es ist eben das Identitäre. Identität bedeutet schließlich Existenz, und der Verlust des einen führt zur Aufgabe des anderen. Die Stufe hochzukommen, bedeutet dem mutigen Gedanken zu folgen, zu handeln sich einer Angst zu stellen. Denn Stillstehen – ein fades Unterfangen, lähmt schlimmer als Angst.  Mut und Vertrauen in sich bedeutet, was es ausmacht, den Fuß auf die obere Schwelle zu setzten. Jeder in seiner eigenen Entschleunigung… Ein Schritt in die Richtung, die die eigene Existenz ins Wanken bringt, man nicht weiß wie man da hinkommt, wo man hinwill. Schon allein der Versuch Bühne zu erreichen, die in den kühnsten Träumen ein architektonisches Meisterwerk ist, geplant, konstruiert und Schritt für Schritt, Schwelle für Schwelle gebaut und bestiegen wird. Jede Bühne ist gleich – mann muss nur  hochkommen. Welches Publikum davor, um sich herum oder mit einem sitzt sei jedem selbst überlassen. Die Bühne, ein kühnes Konstrukt einer Idee, eines Entwurfs.

Sie ist nackt, pur und animalisch, scharrt sich vor jeder Schwelle zusammen, fordert den nächsten Schritt heraus und lässt einen irgendwann kalt. Irgendwann löst sie sich, die Angst, mann kann sitzen bleiben auf der Bühne oder einer Schwelle. Ob das nun bedeutet dort zu bleiben, um Sicherheit zu leben oder man Entscheidendes in Bewegung gesetzt hat, um anzukommen. Mut, zu dem zu stehen, was man ist, verkörpert den Weg sein Sein zu formen und zu dem zu werden, wer man ist. Da oben auf seiner  Bühne zu stehen und zu dem zu stehen, was man selbst Spielt. Im Scheinwerferlicht, dem Selbstbewusstsein das sich gegen die Angst stellt schnell von der Bühne zu springen, sich zu verkriechen und nicht beobachtet zu werden. In die Masse, die da vor der Bühne steht, sich einzufügen.

Oben auf der Bühne zu stehen, indem sie so sind, wie sie nun eben sind  – den Mut haben nur die Wenigsten – und darum geht es.